Ernte

by Klamm

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1.
Anima 01:40
Pollenschwerer Wind durchfahre, zärtlich Liebender - wie Haare - das Ährenmeer, das mehrende, das sprießende und nährende. Ob der Kosung neigt, erzittert dies, von milder Gunst umwittert. - - - - - / pollen-laden wind / / you tender paramour / / like the loved one's hair / / affectionately stroke this field! / / oh sway and shiver upon this caress / / you nourishing, flourishing sea of blades / / mildly bask in this grace /
2.
Windsaat 15:19
Diene mir - göttlich fügender Sonnenstoß! Empfange! Feucht gebärender Mutterschoß. Neigt euch artig, harret duldsam und prall - verwehrt bleibt noch der hinschenkende Fall. Der Freischnitt versagt, sadistisch gewetzt. In kühlem Kalkül das Zabel gesetzt. Wartet noch einen Schauer, einen Mond. Weilet eine kleine Dauer… es lohnt! Ich gebiete dir, Lumen! (Oh Licht!) Un-, doch fassbar gebunden in Volumen! Fiebrig in Fibern gewunden. Verloren ward das Maß: und somit überreift... oder übereifert nach blassem Gold er greift. Eiserne Kiefer knirschen asketisch. Wolkenarchitekt, vag', theoretisch. Knöternen Magens, Blick sterngewandt - Was Dich mit dem Hier und Jetzt verband, schwand. Verwaist, entwurzelt von eigener Hand. Vom Zenit bis zum Erdenrand durchzieht ein Band von Schatten den Himmel. In sein Geschirr gespannt durchwalken Sturmwirbel die Wolken dramatisch; formieren, uniformieren sich soldatisch. Saatkrähen taumeln irr und fallen erratisch. Der Luftraum starrt statisch vor Elektrizität. Lungenflimmern! Ekstatisch wird die Brust gebläht! Lichtgeäderte Wolken zucken organisch, all' durchpulste Wesen fliehen bang und panisch. Ungestüm aus der schwarzen Ballungsfassade lösen Schauer sich wild, prasseln schussgerade. Urwucht, sturmverliehen! Grob, segenverkehrend... halmknickend, fruchtdrückend, lehmwühlend, versehrend! Was vermagst Du zu retten, wenn es tobt und stürmt? Wie Wasserfarben fließt das Selbstbild. Nichts mehr schirmt! …Wenn es tobt und stürmt… …und nichts mehr schirmt… . So urbar einst, Adamslehm - in Strömen rinnst Du! Zerfall statt Belebung, Geleit zur letzten Ruh‘! Grausames Schicksal, so hast Du mich bezwungen! Von schmetternden Himmeln darniedergerungen. Stromblau gewittert er, sprüht karmische Funken. Hab und Hoffnung dahin, tief im Dreck versunken! Was vermagst Du zu retten, wenn es tobt und stürmt? Ideale blättern und bröckeln. Nichts mehr schirmt! Mauern, Kerker: Schutt! Zertrümmert der Erbauer. Neue Form, ein Bild erlöst: Ist dies von Dauer? Was ist von Dauer? - - - - - (Sowing Wind) / serve me! / / heavenly coalescing sunthrust / / conceive! / / impure, ever-birthing Mother's womb / / dutifully bow your golden heads / / acquiescently await, accumulate! / / your giving fall is still refused / / sadistically the blade is whet / / cold calculus: the chesspiece is set / / wait for some more rain, another moon / / hold on for just a little more – it will pay off soon / / you are mine, heaven's light! / / inconceivable, yet still tangible / / as matter / / fervently bound into fibers / / all moderation is lost / / overzealously ripping the pale gold / / or leaving it to overripen - destined to rot and mold / / iron jaws grit ascetically / / building castles in the sky, so theoretical and vague / /the stomach in knots, gazing towards the stars / / whatever kept you in the here and now vanished / / orphaned and disrooted by your own hands / / from the zenith down to where earth and sky meet / / a shadow is blotting out the blue / / stormclouds gather, like tethered to an invisible harness / / grouping and forming martially / / rooks reel and fall erraticaly / / the air is brimming with electricity / / Palpitating lungs! Ecstatically the chest billows... / / Lightveined clouds pulsate organically / / all living creatures flee fearfully / / heavy showers fall vehemently from the black agglomeration / / fiercly like shots fired / / storm's primal force, turning boon into bane / / breaking stems, crushing fruit, turning soil / / destroy! / / what can you save when the storm is upon you? / / your self-perception runs like watercolors / / nothing shelters / / when the storm is upon you / / nothing shelters / / alas! How arable once – Adam's clay / / running in streams / / dissolution instead of animation / / – a funeral cortege / / cruel fate – this is where you defeated me! / / struck down by the skies / / electric blue / / spray of karmic sparks / / possessions and hopes lost – deeply buried in the mud / / what can you save when the storm is upon you? / / ideals flake and crumble / / nothing shelters / / walls and dungeons turn to rubble / / broken is the builder / / deliverance of a new symbol, an archetype – can it endure, persist? / / what can persist? /
3.
Vae Victis 02:28
Schlachtenmüde prangt ein erstürmter Himmel, zerworren, schattenfarben... ob sterbendem Feld: Deine Geister müssen verdorren, Dein Fleisch darben! Verdorben vernarbt das Land. Noch hängen bleich hungerzitternde Flanken in bitt'ren Spornen, scharfen Zäunen, die um Dein einstig Eden ranken. Was hast Du schier Kraft Deiner Hände dem Boden mühsamst abgerungen... bald nimmst Du Anteil, siehst was Du aufzogst, mit Rost und Fäulnis durchdrungen! Wie viele Linien zog die Pflicht durch Deinen Körper und die der Ander'n? - Der Ackerfurche gleich, wie viele Jahre musste man in ihr wandern? Weltenweit streut der Tod fahler Hand – sterile Samen voll Verderben. Gebein übersät das Land. Wie überseht ihr das Mangeln und Sterben? - - - - - / war-weary the stormed skies hang in disarray / / in shadowy colors above dying fields / / your spirits shall wither, your flesh shall starve! / / corrupted and scarred the land... / / and still - shivering from hunger / / pale flanks dangle in bitter thorns - / / the edged fences which surround your Eden of yore / / what did you arduously wrench from the soil / / merely with your bare hands? / / soon you will witness / / all that you have formed and fostered / / afflicted with rust and corruption / / how many lines did the chores draw through your face and body / / and those of the others? / / - like the furrow in the field / / how many years did you have to wander it? / / everywhere death's pale hands scatter baneful sterile seeds / / the lands are bestrewn with bones / / how can you overlook this dearth and demise? /
4.
Ernte 08:28
Stramm, gramgeschnürte Kehle - stumm, gebrochen, alt. Aufgeraute Schwielen tragen Korn klamm und kalt. Ein Kummergestrüpp in den staubigen Speicher: Halbvoll nur, halbleer noch. Erschöpft, doch nicht reicher. Gestern noch ein König, sieh, wie tief er doch fiel! Zum Leben zu wenig und zum Sterben zu viel. Entkräftet lasse ich mich in Träume geleiten... Grimmig versenke ich meine schwarzen Fänge unbarmherzig mit stählerner Kieferstrenge im wehrlosesten Wild von taufrischen Wiesen. Starre in randlose, zitternde Pupillen: Welch Tollrausch als Blut und Bewusstsein entfließen! Roh rupfe (zupfe) ich das Fleisch - nur nach meinem Willen! Gestern noch ein König, sieh, wie tief er doch fiel! Zum Leben zu wenig und zum Sterben zu viel. Nüchtern, jäh erwacht - aus zerflossenen Zeiten... Tot ist die Hoffnung nicht, zerschlissen, in Fetzen. Weißt Du denn nicht mehr: Um Stärke freizusetzen, schlinge und malme nicht, mahle mit Bedacht. Schon der kleinste Funke hat ein Feuer entfacht! Du weises Gran, oh kleinste Kapsel der Einsicht! Die Süßigkeit erschließt sich dem Hastigen nicht. Die Frucht, ihren Wert muss man müh‘voll aufzwingen, mit Körper, Willen, seinen Dämonen ringen. Losgelöst, erkenne gewaltige Weiten! - - - - - (Harvest) / the throat tightly strangled by grief and pain / / silenced, broken, old / / scarred and callous hands carry grain / / moist and cold / / a puny scrub into a dusty storage / / only halfway full, still halfway empty / / depleted am I yet still craving / / yesterday a king – see how far he fell / / too little to live, too much to die / / enfeebled I succumb to dreams / / grimly I dig my black fangs / / with merciless strength / / into the most defenseless deer / / on dewy green meadows / / inebriation and ecstasy! / / I stare into wide trembling eyes / / as blood and conscience pour out / / I tug on the raw meat / / my will be done! / / disenchanted I wake abruptly – from those days of yore / / hope might be rugged and torn, yet it is not dead / / do you not remember? / / you can not tap into it's core / / by gorging, by crushing the grain / / refine it prudently / / it will light a fire! / / wistest grain! oh little capsule of insight / / your sweetness is not revealed to the hasty / / your marrow will only be enjoyed / / by those willing to struggle with body and mind / / liberated – envision this endless expanse! /
5.
Mahl 07:37
Falsch ist es nicht, hungrig zu sein und zu bleiben, es muss nicht nur quälen, es wird vorantreiben. Grobes Korn, harter La/eib, dem eig'nen nicht ungleich. Iss trotz der Leere, an Lehre dich satt und reich. Wandelt dieses Mahl/Mal - in Fleisch und Blut. Schreibt es fest! Malt es nicht in behauchte Scheiben! Sonst vergesst, unterliegt ihr, fallt zurück ins Rad. Fels und Bank sei euch die Freiheit. Eucharistisch sagt ihr Dank... ...Durchs Loslassen heiligt, pflegt ihr und kultiviert. Flammen in Herz und Hand - entzündet! Triumphiert! Prismatisch bunt: Spaltung aus Weiß. Quell erschwelle! Kathartisch erklart der Dunst; Dunkel erhelle! Wandelt dieses Mahl/Mal - in Fleisch und Blut. Schreibt es fest! Malt es nicht in behauchte Scheiben! Sonst vergesst, unterliegt ihr, fallt zurück ins Rad. Fels und Bank sei euch die Freiheit. Eucharistisch sagt ihr Dank... - - - - - (Feast) / It is not wrong to be hungry, to stay hungry / / it is not just bale, it will push you on / / this loaf - / / true grit, a gnarled form / / not unlike my own / / in this scantiness / / feast on the lesson laid before you / / transsubstantiate this feast into flesh and blood / / cherish this lesson / / do not scribble it into aspirated glass / / lest we forget / / else you will succumb / / and tumble back into the wheel / / freedom! / / this shall be your cane, your rock / / rejoice in this Eucharist! / / by letting go you sanctify / / nurture and cultivate / / with flaming hands and flaming hearts / / ignite and triumph! / / prismatic colors / / split from white / / wellspring – rise and swell! / / the haze dissolves in catharsis / / illuminate the darkness! / / cherish this lesson / / do not scribble it into aspirated glass / / lest we forget / / else you will succumb / / and tumble back into the wheel / / freedom! / / this shall be your cane, your rock / / rejoice in this Eucharist! /
6.
Rauch 03:25
Die Offenbarung wehrt, züngelnd streitend sich - doch verlischt wie Kerzenlicht. Das Wort in Rauch und Wind, verwirbelt in den Sphären: Dahin! Verblieb...nicht! Sorge erstrahlt: in Schwärze gleißend; die Ikone verblasst Grad um Grad. Morsch knarrt der abgrundspannende Steg; ich verlor mich auf den alten Pfad - - - - - (Smoke) / the epiphany flickers, lambent and defiant / / yet it expires like a candle's flame / / the Word up in smoke and wind / / twisted in turbulent spheres – lost! lost!/ / sorrow resplendent in blackness / / the icon is fading bit by bit / / the brittle bridge spanning the abyss is creaking / / I got lost – returned to the sinister path /
7.
Zahltag 11:07
Staccato pulst das Schläfenblut. Ich atme schimm'lige Winkel. Die Nacht kältet den Rücken eisig. Der erste Frost umreift den Morgen. Panik wälzt mich umher, und hinaus. Reicht es denn für den Winter? Tritt ein und verzweifle! Motte, Käfer, Wurm - fluchen ungeahnt mit faulem Kuss, dass Korn um Korn verrotte. Zahltag! Keine Lösung, Erlösung, Dein Erlös: Spott als Währung. Dornenbewehrung der Narrenkrone. Scheitern statt Bewährung. Du wuchertest wo wachsen du solltest. Parasit - Epiphyt! Die Sonne geraubt. Die Träume zersplittert - dann reuig scharfe Scherben geklaubt. Speicherer! Deine Türme kratzten die Wolken auf. Erwiest dem Amt weder Achtung noch Ehrung, konkav klafft die Grube - keine Näh'rung von Nährung. Wie eitel gebarte, wie anmaßend ich sprach, nicht achtsam verwahrte den Geist; nun wüst und brach. Entwendete Wissen, wendete, trennte von ihm den Sinn - der seziert, entfremdet, unverwendet verendete... in schwärzesten Schädelspalten, Abgründe, in die kein Sonnenglanz jemals Wahrheiten schien. Schwarzgalle spuckend schleppe ich mich zum frostigen Fluss... Vergaß längst wie lebendig, gütig und weise er mir flüsterte. Mein Schatten befleckt das Gewässer: Verunreinigung - der Erstarrungskeim... Nicht mehr lang' und dieses Wasser friert bis zum Boden. Neige dein stolzes Haupt und schaue! Sieh'! Wie hart und unbewegt - eisig, stumpf, amorph. Keine Reflexion... nur Absorption - das war dein Makel, dein Untergang: Du übergingst! Doch munchfratzig ahne, befürchte ich Formen... meine Substanz, meine Essenz… besser als poliertes Silber... so wirft es mich wi(e)der... und ich falle! - - - - - (Pay Day) / staccato the blood is pulsating through my temples / / I inhale the moldy corners / / the night chills my body / / panic steals my restless sleep / / did I gather enough for the winter? / / enter and despair! / / undetected - moth, bug and worm maledictively kiss / / the grain to rot / / grain by grain... / / pay day! / / no solution, absolution / / your revenue paid in mockery / / thorns adorn your dunce's cap / / success turns to failure / / you grew exuberantly, not deliberately / / parasite, epiphyte / / you stole the sun and shattered dreams / / ere picking the shards so sharp / / gatherer, your towers scraped open the skies / / never respected, never honored your duty / / concavely the pit is gaping / / not even approaching satiation / / you grew exuberantly, not deliberately / / parasite, epiphyte / / you stole the sun and shattered dreams / / ere picking the shards so sharp / / I walked in vanity, in hubris I spake / / did not retain the spirit / / now sear and withered / / purloined the knowledge / / turned and twisted / / separated it from its core / / by this sentenced to perish / / within blackest clefts of my cranium / / the abyss in which no ray of sunlight / / did ever shine one spot of truth / / spewing forth blackest bile / / I crawl to the frosty river / / long forgotten how lively / / how benevolently and wisely it whispered to me / / my shadow taints the water / / impurity – the crystal nucleus – initiate the freeze! / / soon these waters will freeze to the ground / / bow your proud head / / look and behold: / / how hard and motionless / / icy, lackluster, amorphous / / no reflection, only absorption / / this was your failure / / your demise – you tread ruthlessly! / / but like a grimace by Munch the spectres are forming / / my substance, my essence / / better than in polished silver / / I start to reflect / / and thus I fall... /
8.
Exitus 01:01

about

Embedded in a rural surface scenery, the rotten excesses of greedy, kleptocratic capitalism is criticized in this storyline concept album meandering between melodic, soaring or rhythmic black-ish metal pieces and atmospheric interludes.

credits

released July 10, 2015

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Klamm Würzburg, Germany

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